Ratgeber Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026

Weiße Weihnachten

wie oft an den Feiertagen Schnee liegt und wo deine Chancen gut stehen

Im Flachland liegt an Weihnachten nur selten Schnee, in Köln statistisch etwa einmal in 30 Jahren. Wie die Chancen in deiner Region und in welcher Höhe stehen, warum das Weihnachtstauwetter so oft dazwischenkommt und wann du einer Vorhersage trauen kannst, liest du unten.

Wann Weihnachten offiziell weiß ist

Für den Deutschen Wetterdienst (DWD) ist Weihnachten weiß, wenn am Morgen des 24., 25. und 26. Dezember um 7 Uhr an der Wetterstation jeweils mindestens ein Zentimeter Schnee liegt. Es kommt also auf liegenden Schnee an, nicht auf fallenden. Fallen an Heiligabend dicke Flocken vor deinem Fenster, die am nächsten Morgen schon wieder Matsch sind, zählt das Fest in der Statistik als grün. Umgekehrt reicht eine alte Schneedecke vom Wochenende davor, wenn sie über alle drei Tage hält.

Wenn du Zahlen zu weißen Weihnachten liest, schau deshalb kurz auf die Zählweise. Zählt nur Heiligabend oder nur der erste Feiertag, kommen deutlich höhere Werte heraus als bei drei Tagen am Stück. Ein Beispiel ist die lange Messreihe aus Dresden, die die TU Dresden ausgewertet hat. Dort lag seit 1884 in 35 von 137 Jahren an Heiligabend Schnee, also etwa in jedem vierten Jahr. Mit der strengeren Drei-Tage-Regel des DWD wären es weniger.

Moderne Wohnstraße am Morgen mit frischer dünner Schneedecke, verschneiten Autos und Weihnachtskränzen an den Fenstern

Wie oft es weiße Weihnachten gibt: nach Region und Höhe

In den großen Städten ist weiße Weihnacht die Ausnahme. Der DWD hat für mehrere Großstadt-Stationen ausgezählt, in wie vielen Jahren an den Feiertagen Schnee lag, einmal für 1961 bis 1990 und einmal für 1991 bis 2020. Die Tabelle zeigt dir beide Zeiträume und was der neuere Wert grob bedeutet.

Anteil der Jahre mit weißen Weihnachten an Großstadt-Stationen, Auswertung des Deutschen Wetterdienstes.
Station1961 bis 19901991 bis 2020Grob gesagt heute
Hamburg-Fuhlsbüttel16,7 %6,7 %etwa einmal in 15 Jahren
Berlin-Dahlem16,7 %6,7 %etwa einmal in 15 Jahren
Leipzig/Halle10,5 %6,7 %etwa einmal in 15 Jahren
Köln10,0 %3,3 %etwa einmal in 30 Jahren
Frankfurt am Main17,4 %5,6 %etwa einmal in 18 Jahren
Freiburg16,7 %4,5 %etwa einmal in 22 Jahren
München33,3 %13,8 %etwa einmal in 7 Jahren

München schneidet am besten ab, weil die Stadt mit gut 500 Metern deutlich höher liegt als die anderen und näher an den Alpen. Die Höhe entscheidet mehr als die Himmelsrichtung. Am schlechtesten stehen die Chancen dort, wo die milde Atlantikluft zuerst ankommt, an der Küste und am Niederrhein. Für Helgoland nennt der DWD eine Chance von 2 Prozent, und eine Auswertung von DWD-Daten seit 1950 kommt für Duisburg und Oberhausen am Niederrhein auf etwa 3 Prozent.

Ganz anders sieht es oben in den Bergen aus. Oberwiesenthal im Erzgebirge liegt auf rund 900 Metern, dort lag in derselben Auswertung in etwa neun von zehn Jahren an allen drei Feiertagen Schnee. Auf der Zugspitze war Weihnachten seit Beginn der Aufzeichnungen 1880 jedes Jahr weiß. Als Faustregel kannst du dir merken, dass die Chancen ab etwa 800 bis 1.000 Metern gut stehen.

Grobe Einordnung nach Lage, abgeleitet aus den Werten oben.
LageChance auf weiße WeihnachtenBeispiele
Küste, Inseln, Niederrheinsehr gering, wenige ProzentHelgoland 2 %, Duisburg und Oberhausen etwa 3 %
Flachland im Norden, Westen und Ostengering, zuletzt etwa 3 bis 7 %Hamburg, Berlin, Leipzig, Köln, Frankfurt
Oberrhein und Südwesten im Talgering, zuletzt knapp 5 %Freiburg
Alpenvorland um 500 Metermäßig, zuletzt knapp 14 %München
Mittelgebirge ab etwa 800 bis 1.000 Metergut, in den meisten JahrenOberwiesenthal rund 90 %
Hochgebirgefast sicherZugspitze jedes Jahr seit 1880

Fast im ganzen Land gleichzeitig weiß war es laut DWD seit Beginn der Aufzeichnungen nur sechsmal, nämlich 1906, 1917, 1962, 1969, 1981 und zuletzt 2010. Wenn du dich an verschneite Feiertage aus deiner Kindheit erinnerst, kann das trotzdem stimmen. In der Dresdner Messreihe waren die 1950er und 1960er Jahre schneereich, die 1970er dagegen ganz ohne weißen Heiligabend.

Warum es so selten klappt: das Weihnachtstauwetter

Vielleicht kennst du den Ablauf aus eigener Erfahrung. Ende November fällt oft der erste Schnee, danach wird es wieder milder. Mitte Dezember kommt häufig noch einmal kalte Luft mit Schnee, und kurz vor dem Fest strömt milde Luft vom Atlantik heran, meist mit Regen. Die Schneedecke ist dann bis Heiligabend oft ganz verschwunden. Meteorologen nennen das Weihnachtstauwetter. Es zählt zu den Singularitäten, also zu Wetterlagen, die um ein bestimmtes Datum auffällig oft wiederkehren. Je nach Region rechnet der DWD in 60 bis 70 Prozent der Jahre damit.

Selbst wenn es kalt bleibt, ist dir Schnee nicht sicher. Ein stabiles Hochdruckgebiet bringt Frost und Sonne, aber keine Flocken, dann erlebst du eine kalte und trotzdem grüne Weihnacht. Für eine geschlossene Schneedecke im Flachland braucht es frostige und zugleich feuchte Luft, etwa aus dem Norden oder Nordosten. Diese Kombination ist um die Feiertage selten.

Dazu kommt die Erwärmung. Der Dezember ist in Deutschland laut DWD seit 1881 um etwa 1,7 Grad wärmer geworden, und die Chance auf weiße Weihnachten sank zwischen 1961 bis 1990 und 1991 bis 2020 bundesweit um 13 Prozentpunkte, regional um bis zu 44. Die TU Dresden verweist auf Klimaprojektionen, nach denen die Winter in Mitteleuropa bis Ende des Jahrhunderts um 3 bis 4 Grad milder werden könnten. Weiße Weihnachten im Flachland würden dann noch seltener.

Ab wann eine Vorhersage für Weihnachten taugt

Spätestens im November tauchen die ersten Schlagzeilen auf, ob es dieses Jahr weiße Weihnachten gibt. Darauf kannst du dich nicht verlassen. Langfristprognosen für Monat oder Winter sagen nur, ob der Zeitraum im Mittel wärmer oder kälter wird als üblich. Ob an deinem Ort am 24. Dezember Schnee liegt, steht darin nicht. Und die bunten Karten mit Schnee über ganz Deutschland stammen meist aus einem einzelnen Rechenlauf eines Wettermodells, der zwei Wochen und mehr in die Zukunft reicht. Der nächste Lauf sieht oft ganz anders aus.

Brauchbar wird es näher am Fest. Etwa eine Woche vorher siehst du in der Vorhersage, ob eher kalte oder milde Luft zu erwarten ist. Ob bei dir dann wirklich Schnee fällt und liegen bleibt, hängt an wenigen Grad und an der Schneefallgrenze. Das entscheidet sich meist erst in den letzten Tagen vor Heiligabend, im Flachland manchmal erst am Tag selbst.

  • Mehrere Läufe vergleichen

    Wetterdienste rechnen viele leicht veränderte Varianten durch. Liegen sie eng beieinander, ist die Prognose sicherer, streuen sie stark, ist Weihnachten noch offen.

  • Schneefallgrenze mit deiner Höhe vergleichen

    Steht in der Vorhersage Schnee ab 600 Metern und du wohnst auf 100 Metern, regnet es bei dir. Die Höhe deines Orts findest du schnell auf einer Karte.

  • Auf Dauerfrost achten

    Liegt die Höchsttemperatur tagsüber über null Grad, taut eine dünne Schneedecke schnell wieder. Bleibt es den ganzen Tag unter null, hält sie meist bis zum nächsten Morgen.

  • Prozentangaben richtig lesen

    30 Prozent Niederschlag in der App heißt, dass an deinem Ort im genannten Zeitraum mit dieser Wahrscheinlichkeit überhaupt etwas fällt. Über die Menge und darüber, ob Schnee liegen bleibt, sagt die Zahl nichts.

Fallender Schnee ist noch keine Schneedecke

Nach einem milden Dezember ist der Boden oft warm. Fällt dann der erste Schnee, schmilzt er auf Straßen und Wiesen zunächst weg. Wenn du auf eine geschlossene Decke hoffst, brauchst du also nicht nur Flocken in der Vorhersage, sondern einige kalte Tage davor oder kräftigen Schneefall bei Frost.

Wo du weiße Weihnachten am ehesten erlebst

Willst du die Feiertage sicher im Schnee verbringen, fährst du in die Höhe. In Deutschland stehen deine Chancen am besten in den Hochlagen des Erzgebirges rund um Oberwiesenthal und den Fichtelberg, im Bayerischen Wald, im Hochschwarzwald um den Feldberg, im Harz in den oberen Lagen und im Allgäu. In den Alpen ist ein Ort auf über 1.000 Metern meist die sicherere Wahl. Schau beim Buchen auf die Höhe der Unterkunft, nicht auf die des höchsten Gipfels in der Nähe, denn das Tal kann grün sein, während oben Schnee liegt.

Bist du flexibel, behältst du die Vorhersage in der Woche vor dem Fest im Blick und entscheidest kurzfristig. Kommt mildes Westwetter, bleibt oft nur in den höchsten Lagen genug Schnee übrig. Liegt dann tatsächlich etwas, kannst du mit Kindern direkt loslegen. Feuchter Schnee um den Gefrierpunkt eignet sich am besten, um aus Schnee einen Schneemann, eine Schneeburg oder ein Iglu zu bauen.

  • Winterreifen

    Bei Schnee und Glätte gilt in Deutschland die situative Winterreifenpflicht. Wann du wechselst und worauf du achtest, steht unter Winterreifen wechseln.

  • Schneeketten

    Für die Fahrt in die Berge packst du passende Ketten ein und übst die Montage vorher zu Hause. Mehr dazu unter Schneeketten.

  • Autobatterie

    In frostigen Nächten in Höhenlagen springt ein Auto mit schwacher Batterie schlecht an. Wie du vorbeugst, liest du unter Autobatterie im Winter.

Steht dein Auto über die Feiertage draußen und ist die Batterie schon etwas älter, gibt dir eine Starthilfe-Powerbank im Kofferraum Ruhe. Damit startest du den Wagen ohne zweites Auto und Kabel. Achte darauf, dass das Gerät zu Hubraum und Motorart deines Autos passt.

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FAQ: Weiße Weihnachten

Wann gab es zuletzt weiße Weihnachten in Deutschland?
Fast im ganzen Land lag zuletzt 2010 an allen drei Feiertagen Schnee. Davor gelang das laut Deutschem Wetterdienst nur 1906, 1917, 1962, 1969 und 1981. In den Hochlagen der Mittelgebirge und in den Alpen gibt es weiße Weihnachten dagegen in den meisten Jahren.
Wird es dieses Jahr weiße Weihnachten geben?
Das kann im Herbst niemand seriös sagen. Eine Woche vor dem Fest erkennst du in der Vorhersage höchstens, ob es eher kalt oder mild wird. Ob bei dir Schnee fällt und liegen bleibt, zeigt sich meist erst in den letzten Tagen davor. Statistisch stehen die Chancen im Flachland schlecht, in höheren Lagen gut.
Ab wann spricht man von weißen Weihnachten?
Der Deutsche Wetterdienst zählt ein Fest als weiß, wenn am 24., 25. und 26. Dezember um 7 Uhr morgens an der Wetterstation jeweils mindestens ein Zentimeter Schnee liegt. Fallende Flocken allein reichen nicht, ebenso wenig ein weißer Heiligabend, nach dem der Schnee wegtaut.
Warum gibt es so selten weiße Weihnachten?
Kurz vor dem Fest strömt oft milde, feuchte Luft vom Atlantik heran und bringt Regen statt Schnee. Dieses Weihnachtstauwetter tritt laut Deutschem Wetterdienst je nach Region in 60 bis 70 Prozent der Jahre auf. Dazu kommt, dass die Dezember in Deutschland deutlich wärmer geworden sind.
Wo gibt es in Deutschland am ehesten weiße Weihnachten?
Auf der Zugspitze lag seit Beginn der Aufzeichnungen 1880 jedes Jahr Schnee. Gute Chancen hast du außerdem in den Hochlagen der Mittelgebirge, etwa in Oberwiesenthal im Erzgebirge, und in den Alpen. Am schlechtesten stehen sie an der Nordsee und am Niederrhein.
Gab es früher häufiger weiße Weihnachten?
Ja. In Hamburg und Berlin lag die Chance von 1961 bis 1990 bei 16,7 Prozent, von 1991 bis 2020 nur noch bei 6,7 Prozent, in München sank sie von 33,3 auf 13,8 Prozent. Bundesweit ging sie laut Deutschem Wetterdienst um 13 Prozentpunkte zurück. Schneereiche und grüne Jahrzehnte wechselten aber schon immer.
Wie oft gibt es weiße Weihnachten in Deutschland?
In den großen Städten des Flachlands lag die Chance von 1991 bis 2020 zwischen etwa 3 und 7 Prozent, in München bei knapp 14 Prozent. In Köln kommt das statistisch etwa einmal in 30 Jahren vor, in Hamburg oder Berlin etwa einmal in 15 Jahren. Oberhalb von etwa 800 bis 1.000 Metern sieht es deutlich besser aus.

Weiße Weihnachten: Unser Fazit

Im Flachland rechnest du besser mit einem grünen Fest. In Städten wie Hamburg, Berlin, Köln oder Frankfurt lag zuletzt nur in wenigen Prozent der Jahre an allen drei Feiertagen Schnee, in München in knapp 14 Prozent. Schuld ist vor allem das Weihnachtstauwetter, dazu kommen wärmer gewordene Dezember. Möchtest du gute Chancen auf Schnee, fährst du auf 800 bis 1.000 Meter, noch höher ist es am sichersten.

Prognosen im November nimmst du nicht ernst. Eine Woche vor dem Fest zeigt die Vorhersage eine Richtung, und in den letzten Tagen siehst du, ob es bei dir reicht. Den Christbaum besorgst du ohnehin, ob es draußen weiß wird oder nicht.