Ratgeber Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026

Feigenbaum überwintern:

im Topf, im Beet und wann Frostschutz nötig ist

Die Feige wirft im Herbst ihr Laub ab und kann dann mehr Kälte vertragen, als man einem Baum aus dem Mittelmeerraum zutraut. Wie viel, hängt an drei Dingen: ob sie im Topf oder im Beet steht, wie alt sie ist und ob der Frost das Holz oder die Wurzeln trifft. Danach richtet sich, wann du sie schützt und wann sie ins Quartier muss.

Topf oder Beet: die Weiche für den Winterschutz

Eine Feige im Topf überwinterst du am sichersten drinnen, kühl und frostfrei. In milden Lagen kann sie auch draußen bleiben, wenn du den Kübel gut einpackst. Eine Feige im Beet bleibt draußen und bekommt Schutz für Wurzeln und Krone, je nach Alter und Wetter mehr oder weniger.

Zwei Dinge verschieben die Grenze. Erstens das Alter: Eine frisch gepflanzte Feige ist deutlich empfindlicher als ein Baum, der seit Jahren an seinem Platz steht. Deshalb ziehst du eine junge Feige am besten ein paar Jahre im Kübel und pflanzt sie erst aus, wenn sie kräftig verholzt ist. Zweitens die Region. In Weinbaulagen wie am Oberrhein oder an der Mosel und in Küstennähe kommt eine eingewachsene Feige mit wenig Schutz aus. In rauen Lagen und im Mittelgebirge ist die Feige im Kübel mit frostfreiem Quartier der verlässlichere Weg.

Auch die Sorte zählt. Bornholmfeige, Bayernfeige (‘Violetta’), ‘Brown Turkey’ und ‘Chicago Hardy’ gelten als robust. Eine Feige ohne Sortenangabe plant man besser nicht als winterhart ein.

Feigenbaum im großen Terrakottakübel an einer Hauswand im Spätherbst, Kübel in Jute und Strohmatten gewickelt, daneben eine Rolle Winterschutzvlies und ein Strohbündel

Wie viel Frost hält ein Feigenbaum aus und wann ist Frostschutz nötig?

Eine einzige Gradzahl gibt es nicht, weil Holz und Wurzeln unterschiedlich viel vertragen. Junge, im Sommer gewachsene Triebe erfrieren ab etwa −10 °C, vor allem an den Spitzen. Älteres, gut verholztes Holz robuster Sorten übersteht meist −12 bis −15 °C. Wird es noch kälter, friert auch ein alter Baum oberirdisch oft bis weit herunter zurück.

Die Wurzeln im Beet liegen im Boden und frieren langsam. Der Wurzelballen im Kübel dagegen grenzt an allen Seiten an kalte Luft und friert in einer längeren Frostperiode komplett durch. Darum ist der Topf schon bei Werten gefährdet, die das Holz noch locker wegsteckt. Einzelne leichte Nachtfröste im Herbst schaden der Topffeige nicht, sie helfen sogar beim Abhärten und lassen das Laub fallen.

Ab welcher Vorhersage du was tust: angesagte Nachttiefstwerte, getrennt nach Kübel, junger und eingewachsener Feige im Beet.
VorhersageFeige im KübelJunge Feige im BeetEingewachsene Feige im Beet
Einzelne Nächte knapp unter 0 °CDraußen lassen, das härtet abMulch ab November reichtMulch ab November reicht
Mehrere Frostnächte bis etwa −5 °CEinräumen oder Kübel rundum einpackenMulch reicht nochMulch reicht
Dauerfrost oder Nächte unter etwa −5 °CIns frostfreie QuartierKrone komplett einpacken, Drahtring mit LaubMulch reicht meist noch
Unter −10 °C angesagtNur noch drinnenVoller Schutz, in kalten Lagen umlegen und eingrabenKrone einpacken oder Drahtring mit Laub füllen
Unter −15 °C angesagtNur noch drinnenVoller SchutzVoller Schutz; Rückfrieren ist trotzdem möglich
Erfroren heißt nicht tot

Friert eine Beetfeige oberirdisch zurück, treibt sie im Frühjahr meist aus dem Wurzelstock neu aus, solange die Wurzeln unter dem Mulch heil geblieben sind. Die Ernte fällt in dem Jahr dann meist aus und kommt erst im Jahr darauf wieder. Deshalb ist der Mulch über den Wurzeln der wichtigste Schutz überhaupt.

Feige im Topf überwintern: Quartier oder draußen

Die Feige gehört zu den Kübelpflanzen, die als letzte reinkommen. Warte, bis die ersten kühlen Nächte das Laub gelb gefärbt haben und es größtenteils gefallen ist, meist Ende Oktober bis Ende November. Spätestens wenn Dauerfrost angesagt ist, muss sie rein. Der Blattverlust im Herbst ist normal: Damit beginnt die Winterruhe.

Ein gutes Quartier ist frostfrei und kühl, mit 0 bis 10 °C. Das kann ein Keller sein, eine Garage, die nie unter null fällt, ein unbeheiztes Zimmer oder ein Treppenhaus. Weil die Feige ohne Laub ruht, darf es dort dunkel sein. Das unterscheidet sie von immergrünen Kübelpflanzen, die wie beim Zitronenbaum überwintern oder beim Oleander überwintern Licht brauchen. Nicht geeignet ist das warme Wohnzimmer: Dort treibt sie mitten im Winter aus, und die neuen Triebe bleiben dünn und weich.

Vor dem Einräumen nimmst du größere grüne Feigen ab, die bis jetzt nicht weich geworden sind. Sie reifen nicht mehr aus und faulen im Quartier. Die kleinen, etwa erbsengroßen Ansätze an den Triebspitzen bleiben dran, aus ihnen können im nächsten Sommer die ersten Früchte werden.

Bleibt der Kübel draußen, braucht er einen geschützten Platz an der Hauswand, möglichst unter einem Dachüberstand, damit wenig Nässe hinkommt. So schützt du ihn:

  • Von unten isolieren

    Stell den Kübel auf Styropor, eine Holzplatte oder Holzklötze, damit der Frost nicht vom Boden in den Ballen zieht.

  • Gefäß einpacken

    Wickle den Topf in mehrere Lagen Noppenfolie, Kokosmatte oder Vlies. Einfacher geht es mit einem größeren Gefäß, in das du den Topf stellst und den Zwischenraum mit Stroh füllst.

  • Krone abdecken

    Bei stärkerem Frost kommt ein Vlies über die Krone. Bei mildem Wetter öffnest du es, damit darunter nichts schimmelt.

  • Kübel eingraben

    Hast du ein freies Beet, kannst du den Kübel bis zum Rand in die Erde setzen. Der Boden schützt den Ballen dann von der Seite wie bei einer ausgepflanzten Feige.

Welche Kübelpflanzen den Winter draußen weitgehend allein schaffen und wie du einen Kübel grundsätzlich dämmst, erfährst du bei den winterharten Kübelpflanzen.

Feige im Beet überwintern: mulchen, einpacken, eingraben

Eine ausgepflanzte Feige bleibt im Winter draußen. Ab November bekommt ihr Wurzelbereich eine 10 bis 15 cm dicke Schicht aus Laub, Stroh oder Rindenmulch. Zu früh solltest du nicht anfangen: Die ersten kühlen Wochen braucht der Baum zum Abhärten.

Junge Feigen in den ersten Standjahren packst du ein, sobald Dauerfrost kommt. Bewährt hat sich ein Ring aus Maschendraht um den Stamm, den du mit trockenem Laub füllst. Bei kleinen Bäumen reicht auch ein Zelt aus Vlies über ein paar Stangen. Eine eingewachsene Feige braucht Schutz für die Krone erst, wenn Fröste unter −10 °C angesagt sind. In milden Phasen öffnest du die Hülle, damit sich darunter keine feuchte Wärme staut. Im Februar oder März, sobald keine starken Fröste mehr drohen, kommt der Schutz ganz ab. Halte das Vlies trotzdem bis in den April bereit, falls nach dem Austrieb noch einmal Nachtfrost angesagt wird.

Für kalte Lagen gibt es eine radikalere Methode: die Feige umlegen und eingraben. Das klappt nur bei jungen Bäumen mit biegsamen Trieben. Du bindest die Triebe zusammen, hebst neben dem Baum einen Graben aus, der so lang ist wie der Baum hoch, und stichst die Wurzeln auf einer Seite ab, sodass sich der Baum in den Graben biegen lässt. Ein Brett oder Pappe obendrauf hält Mäuse fern, darüber kommen etwa 30 cm Erde und Stroh. Im Frühjahr, wenn kein starker Frost mehr kommt, gräbst du ihn aus und richtest ihn wieder auf. Das schützt zuverlässig, kostet aber Wurzeln und einen halben Tag Arbeit. In den meisten Gegenden Deutschlands reichen Mulch und eine eingepackte Krone. Den übrigen Garten bereitest du mit der Anleitung Garten winterfest machen vor.

Pflege in der Winterruhe

  • Kaum gießen

    Ohne Laub verdunstet die Feige fast nichts. Prüf die Erde im Quartier alle drei bis vier Wochen und gib nur einen kleinen Schluck, wenn sie ganz ausgetrocknet ist. Nasse Erde in einem kühlen Raum lässt die Wurzeln faulen, das ist im Quartier die häufigere Gefahr als Trockenheit.

  • Nicht düngen

    Bis zum Austrieb im Frühjahr braucht die Feige keine Nährstoffe. Gedüngt wird erst wieder, wenn sie draußen wächst.

  • Auf Schädlinge achten

    Schau bei jeder Gießkontrolle an Trieben und Knospen nach Schildläusen und Spinnmilben. In warmen, trockenen Räumen breiten sie sich schneller aus.

  • Laub wegräumen

    Blätter, die im Quartier noch fallen, sammelst du ein, damit sie nicht auf der Erde faulen. Treibt die Feige im Februar oder März schon aus, stellst du sie an ein helles Fenster und lässt den Raum kühl.

Zeitplan von Oktober bis Mai

Was wann zu tun ist, getrennt nach Feige im Topf und im Beet. Die Monate verschieben sich je nach Region.
WannFeige im TopfFeige im Beet
OktoberDraußen lassen, leichte Nachtfröste härten ab; große unreife Feigen abnehmenGroße unreife Feigen abnehmen
Ende Oktober bis Ende NovemberEinräumen, wenn das Laub größtenteils gefallen ist, spätestens vor DauerfrostAb November Wurzelbereich 10–15 cm dick mulchen
Bei DauerfrostIm Quartier bei 0–10 °CJunge Feige einpacken; eingewachsene erst bei angesagten Frösten unter −10 °C
Dezember bis FebruarErde alle drei bis vier Wochen prüfen, nicht düngenHülle in milden Phasen öffnen
Ende Februar bis MärzRückschnitt vor dem AustriebSchutz abnehmen, Rückschnitt vor dem Austrieb
AprilTagsüber raus, an Sonne gewöhnen; bei Nachtfrost wieder reinErfrorene Triebe nach dem Austrieb bis ins grüne Holz zurückschneiden; Vlies für Spätfrost bereithalten
Nach den Eisheiligen, Mitte MaiDauerhaft draußenKein Schutz mehr nötig

Beim Rückschnitt nimmst du im Spätwinter zu dicht stehende und nach innen wachsende Triebe heraus. Vor dem Winter wird nicht geschnitten, denn erst im Frühjahr zeigt sich, was der Frost erwischt hat. Bist du im März unsicher, ob ein Trieb noch lebt, kratzt du mit dem Fingernagel ein wenig Rinde ab: Grün darunter heißt lebendig, braun und trocken heißt erfroren. Wer ganz sicher gehen will, wartet den Austrieb ab und schneidet dann bis zur ersten treibenden Knospe. Trag Handschuhe, der Milchsaft der Feige reizt die Haut.

Beim Ausräumen im April gewöhnst du die Topffeige ein bis zwei Wochen lang an Sonne und Wind, zuerst im Halbschatten. Frische Triebe vertragen keinen Frost mehr, deshalb kommt sie bei angesagtem Nachtfrost wieder rein, bis nach den Eisheiligen Mitte Mai.

FAQ: Feigenbaum überwintern

Wie viele Minusgrade hält ein Feigenbaum aus?
Das hängt davon ab, welcher Teil friert. Junge, einjährige Triebe erfrieren ab etwa −10 °C. Älteres Holz robuster Sorten wie Bornholmfeige oder Bayernfeige übersteht meist −12 bis −15 °C, darunter friert auch bei ihnen viel oberirdisch zurück. Der Wurzelballen im Kübel ist am empfindlichsten: Er friert von allen Seiten durch, deshalb gehört eine Topffeige bei Dauerfrost oder Nächten unter etwa −5 °C ins frostfreie Quartier.
Wie überwintere ich meinen Feigenbaum im Topf?
Am sichersten in einem frostfreien, kühlen Raum mit 0 bis 10 °C, etwa im Keller, in einer frostfreien Garage oder einem unbeheizten Zimmer. Weil die Feige ihr Laub abwirft, darf es dort dunkel sein. Eingeräumt wird spät, wenn das Laub größtenteils gefallen ist und bevor Dauerfrost kommt. Im Quartier prüfst du die Erde alle drei bis vier Wochen und gießt nur einen kleinen Schluck, wenn sie ganz trocken ist.
Wie überwintert man Feigen im Kübel draußen?
Nur in milden Lagen und mit gut eingepacktem Kübel. Stell ihn an eine geschützte Hauswand, am besten unter einen Dachüberstand, auf Styropor oder eine Holzplatte und wickle das Gefäß in Noppenfolie, Kokosmatte oder Vlies. Alternativ stellst du den Topf in ein größeres Gefäß und füllst den Zwischenraum mit Stroh. Sind lange Frostperioden mit Nächten unter etwa −5 °C angesagt, ist ein frostfreies Quartier die sichere Wahl.
Wann schneidet man die Feige zurück?
Im Spätwinter, Ende Februar bis März, bevor sie austreibt. Vor dem Winter schneidest du nicht, denn erst im Frühjahr siehst du, welche Triebe der Frost erwischt hat. Ist das im März noch nicht klar, wartest du den Austrieb ab und nimmst dann alles Trockene bis ins grüne Holz zurück. Trag dabei Handschuhe, der Milchsaft der Feige reizt die Haut.
Kann man einen Feigenbaum im Haus überwintern?
Ja, aber nicht im warmen Wohnzimmer. Dort treibt die Feige im Winter zu früh aus, und die Triebe bleiben bei wenig Licht dünn und weich. Ein kühler Raum mit 0 bis 10 °C ist besser. Treibt sie dort im Februar oder März schon aus, stellst du sie an ein helles Fenster, ohne sie wärmer zu stellen.
Warum verliert mein Feigenbaum die Blätter?
Im Herbst ist das normal: Die Feige wirft ihr Laub ab und geht in die Winterruhe. Warte mit dem Einräumen, bis die meisten Blätter gefallen sind, und räum das Laub im Quartier weg, damit es nicht fault. Werden die Blätter dagegen im Sommer gelb, liegt es meist an Trockenheit oder Staunässe im Topf.
Kann man einen Feigenbaum zum Überwintern eingraben?
Eine junge, biegsame Feige im Beet lässt sich umlegen und eingraben: Triebe zusammenbinden, einen Graben so lang wie der Baum ausheben, die Wurzeln auf einer Seite abstechen, den Baum hineinbiegen, mit einem Brett oder Pappe gegen Mäuse abdecken und etwa 30 cm Erde und Stroh daraufgeben. Das schützt auch bei starkem Frost, ist aber viel Arbeit und kostet Wurzeln. In den meisten Gegenden reichen Mulch und eine eingepackte Krone.
Was mache ich mit den unreifen Feigen im Herbst?
Größere grüne Feigen, die bis zum ersten Frost nicht weich geworden sind, reifen nicht mehr aus. Nimm sie vor dem Winter ab, sonst faulen sie am Baum. Die kleinen, etwa erbsengroßen Ansätze an den Triebspitzen bleiben dran: Aus ihnen können im nächsten Sommer die ersten Feigen werden, wenn sie den Winter überstehen.

Feigenbaum überwintern: Unsere Empfehlung

Steht deine Feige im Topf, räumst du sie spät ein, wenn das Laub gefallen ist, und lässt sie bei 0 bis 10 °C frostfrei ruhen. Dunkel ist in Ordnung, warm nicht. Draußen bleibt sie nur in milden Lagen und mit gut eingepacktem Kübel, denn der Wurzelballen ist ihre Schwachstelle.

Steht sie im Beet, ist dicker Mulch über den Wurzeln der wichtigste Schutz. Junge Bäume packst du bei Dauerfrost ein, eingewachsene erst, wenn Fröste unter −10 °C angesagt sind. Friert trotzdem etwas zurück, treibt die Feige aus dem Wurzelstock neu aus.